Rathaus
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Geschichte der Renovierung |
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So wurden im Jahre 1849 im Erdgeschoß die ursprünglich offenen Rundbögen der Halle zugemauert und Trennwände
eingezogen, wodurch eine Remise für die 1846 angeschaffte Feuerspritze entstand. Später wurden auch im
Obergeschoß Trennwände eingebaut, die den großen Raum im mehrere Zimmer aufteilten, in denen bis zum Jahr der
Verwaltungsreform (1970/72) die Gemeinde verwaltet wurde. Danach fanden darin nur noch die wöchentlichen
Sprechstunden und kleinere Sitzungen statt. Im Zuge der Kanalisation und des Ausbaus der Ortsdurchfahrt L509
stand am 07.März 1978 der Gemeinderat vor der Frage "Abbruch des Rathauses – ja oder nein?" Bei einem
vorherigen Ortstermin zeigte sich das Straßenbauamt aus verkehrstechnischen Gründen mit dem Abriss des
Rathauses einverstanden. Nach längerem Gedankenaustausch und der Abwägung aller Argumente kam der Gemeinderat
zu dem Entschluss, das Rathaus nicht abzureißen, sondern es nach Möglichkeit in seien ursprünglichen Zustand
zu versetzten. Die Verwaltung wurde beauftragt, bei den entsprechenden Stellen Zuschussanträge einzureichen.
Wenn zehn Jahre zuvor Ehrenbürger Fritz Steegmüller die Feststellung traf, dass man sogar "daran denken
könnte, auch die Laube im Erdgeschoß in ihrer ursprünglichen Form wieder herzustellen", so war der Gemeinderat
mit seiner Entscheidung diesem Wunsch schon recht nahe gekommen. Sicherlich hat die Mitteilung des Landesamtes
für Denkmalschutz dazu beigetragen, denn in einem Schreiben aus dem Jahre 1978 heißt es: "Das Gemeindehaus ist
als Kunstdenkmal in das amtliche Inventar eingetragen und somit als denkmalschutzwürdiges Gebäude
ausgewiesen". Im Juni 1981 war es dann soweit! Um den Umfang der notwendigen Arbeiten besser beurteilen zu
können, wurde an verschiedenen Stellen der Verputz abgeklopft, wobei die mit Sandsteinen eingefassten
Rundbögen des Arkadenunterbaus zum Vorschein kamen. Gleichzeitig wurde die Renovierung des Rathauses in das
Investitionsprogramm für 1982 aufgenommen. Schon Endes des Jahres wurde der ortsansässige Architekt Roland
Bischoff mit der Planung und Bauleitung beauftragt. Nach außen sollte die ursprüngliche Fassade hergestellt
und die Innenräume so umgestaltet werden, dass das Gebäude wieder als Sitzungs- und Verwaltungsbau genutzt
werden kann. Mit der Vergabe von acht Gewerken gab der Gemeinderat am 11.November 1982 den Startschuss zum
Umbau und zur Renovierung des historischen Rathauses. Bald waren im Untergeschoß die Rundbögen freigelegt. Bei
der Beseitigung der Zwischenwände kam auch die alte Sandstein-Mittelsäule zum Vorschein. In der nun offenen
Halle wurde als Untergrund ein Betonboden eingebracht und mit Sandsteinplatten belegt. Außerdem wurden hier
der Haupteingang, die Toiletten, ein Abstellraum und das Treppenhaus mit der Holzwendetreppe untergebracht.
Die Wände und die Decke erhielten einen altdeutschen Putz, die eichenen Deckenbalken blieben unsichtbar. Die
Festlegung der Farbgestaltung im Außenbereich erfolgte durch das Landesamt für Denkmalpflege. Erhabene
Sandsteinpartien wurden als Sichtmauerwerk belassen. Im Obergeschoß entstanden ein geräumiges Sitzungszimmer,
je ein Zimmer für Verwaltung und Bürgermeister sowie ein Abstellraum. Im übrigen entschied sich der
Gemeinderat bei den Innenarbeiten für eine solide, einfache und der historischen Bedeutung des Gebäudes
angepasste Ausstattung, was besonders den Fußboden aus Holzdielen, die Eichenbalken an der Decke, den
altdeutschen Innenputz und die gestemmten Eichentüren betraf. Auch für die Beleuchtung, Tische, Stühle und
sonstige Einrichtung wurde eine gute Lösung gefunden. Die Gesamtkosten wurden mit rund 350.000 Mark beziffert.
Auch wenn der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, so fand dann doch knapp eineinhalbjähriger Bauzeit im
Beisein vieler Ehrengäste am Sonntag, 13. Mai 1984, die feierliche Übergabe mit anschließendem "Tag der
offenen Tür" statt. Ortsbürgermeister Helmut Stadel begrüßte die zahlreichen Bürger und Gäste und stellte das
Rathaus als äußeres Zeichen der Selbstverwaltung dar. Umrahmt wurde die Feier von der Musikkapelle, dem
Männergesangsverein und dem Kirchenchor. Seit der Renovierung finden die Sitzungen des Gemeinderates wieder im
Rathaus statt. Im Jahre 1999 erhielt das historische Rathaus einen neuen Außenanstrich. Zuletzt wurde
beschlossen, das Ottersheimer Wappen aufmalen zu lassen. Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann. |
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