Barbarazweige

Am Barbaratag, dem 4. Dezember, ist es auch in Ottersheim schon längst ein guter Brauch, Forsythienzweige oder einen winterharten Kirschzweig ins Haus zu holen, um sich an Weihnachten an den Blüten erfreuen zu können.

Der Brauch

Zunächst werden die Zweige über Nacht in lauwarmes Wasser gelegt, am anderen Tag dann in eine mit Wasser gefüllte Vase gestellt. Die bei entsprechender Pflege bis Weihnachten aufbrechenden Knospen und Blüten sollen an den Spross aus der Wurzel Jesse erinnern und ein symbolisches Zeichen für die Geburt Christi bedeuten.

Der Brauch selbst geht zurück auf die Legende um die heilige Barbara, wonach sie ihr heidnischer Vater im Jahre 306 enthaupten ließ, weil sie während seiner längeren Abwesenheit Christin geworden war. Auf dem Weg in das Gefängnis verfing sich ein Kirschzweig in ihren Kleidern. Im Kerker stellte sie den Zweig in einen Krug, wo er am Tag ihrer Verurteilung aufblühte. Da sagte Barbara zum Zweig: "Du schienst wie tot. Aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein."

Die heilige Barbara zählt heute zu den 14 Nothelferinnen. Sie ist Schutzheilige der Bergleute und Patronin der Architekten, Glöckner, Köche und noch anderer Berufsgruppen.

Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann.