Der Fasnachtsumzug in Otterheim

Schon immer hatten Ottersheimer "Fasnachter" ihren Spaß daran, am Fastnachtsmontag einzeln oder in Gruppen durch das Dorf zu ziehen, um fasnachtlichen Schabernack zu treiben. Manchmal organisierten auch die Schule oder der Kindergarten einen Umzug mit Kindern, die mit lautem "Halli-Hallo" durch die Dorfstraßen zogen.

 

Fastnachtsumzug
Aktuell Faschingumzug 2012 -Umzugs-Anmeldung hier downloaden-

Der Brauch

Als sich im Jahre 1993 auf Anregung des Wehrführers Peter Kreiner von der Freiwilligen Feuerwehr Ottersheim am Fasnachtsmontag spontan und unangekündigt ein improvisierter Umzug durch die Ortstraßen bewegte, zeigten sich viele Einwohner von dieser Idee begeistert. Möglich geworden war die Initiative, da sich tags zuvor einige Ottersheimer Gruppen am Bellheimer Fastnachtsumzug beteiligt hatten und sich schon wieder auf den Offenbacher Umzug am Fastnachtsdienstag vorbereiteten. So war der Montag noch frei und veranlasste die Feuerwehr einen ersten Umzug durch Ottersheim zu organisieren, der sich von Jahr zu Jahr vergrößerte und dem sich in den nachfolgenden Jahren immer mehr auch auswärtige Gruppen hinzustellten.

So beispielsweise aus dem Jahre 1996 zu berichten, dass am Fastnachtsmontag wieder laute Musik und Helau-Rufe durch die Ortsstraßen hallten und das Konfetti in Massen flog. Am Straßenrand herrschte beste Stimmung. Den Kopf des Gaudiwurms bildeten die rund fünfzig Musiker der örtlichen Blaskapelle, die wie schon zuvor bei auswärtigen Umzügen ihr Fastnachtsrepertoire aufspielten. Viele "Bienen Majas" waren die erste Fußgruppe. Beim BC 81 brachten die Schwestern mit "Sister Act on Tour" ihre Botschaft unter die Bevölkerung. Gleich zweimal war die katholische Frauengemeinschaft vertreten, so die jungen Frauen mit dem Überraschungsei und die Gruppe der Waschfrauen von anno dazumal. Mit Schneewittchen und die sieben Zwerge " führte die Turnstunde Walk in die Märchenwelt, ins Disney-Land die Fußgruppe mit "Mickey-Mouse", Donald Duck und Pluto". Dabei waren auch die "Gnome" vom Eck, ebenso Martin und Waldemar mit einer uralten Kettenangetriebenen Holzschneidemaschine. Zur Gartenlaube verwies der SCO mit seinen "Vogelscheuchen". Die Feuerwehr selbst hatte viel mühe und Technik aufgewendet, um den Affenriesen King-Kong mit der "weißen Frau" aufzubauen.

"Klein – aber fein" blieb auch in den Jahren danach das Markenzeichen des Ottersheimer Fastnachtsumzug, zu dessen Abschluss sich die Teilnehmer zum fröhlichen Beisammensein und Kehraus in der Halle Gaab einfanden. Im Jahre 1999 war nach der zuvor in der Turnhalle gefeierten "Bärenfastnacht" erstmals auch der "Bärenkönig" dabei.

Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann.