Das JohannisfeuerDer Ursprung dieses im Ottersheimer Volksmund "Kanzfeier" genannten Brauches lässt sich nicht einwandfrei deuten. Niemand der heute lebenden Generation hat den Anfang erlebt. Allgemein gesehen werden jedoch die Johannisbräuche oft als mythologisches Gut aus dem germanischen Volksglauben abgeleitet und entstammen somit heidnischer Herkunft. Insofern wird das Abbrennen des Johannisfeuers mancherorts als Sonnenwendfeier begangen.
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Der Brauch |
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Auch in Ottersheim findet das Johannisfeuer am Abend dieses längsten Tages des Jahres statt, am Gedenktag des heiligen Johannes. Über lange Zeit fand die Veranstaltung am damals noch nicht bebauten östlichen Ende der Ludwigstrasse statt. Gleichzeitig konnten früher die an Fronleichnam aufgestellten Hecken eine dienliche Verwendung finden. Der Gemeindebedienstete Johannes Gadinger, der sich in den 60er Jahren für den Erhalt dieses Brauches einsetzte, wusste unter anderem zu berichten, dass früher zeitweise zwei Feuer abgebrannt wurden und es gar zu Reibereien wegen der Fronleichnamshecken kam. Das Überspringen der abgebrannten Glut und manches andere hatte seine besondere Bedeutung. Später ließ das Interesse an diesem Brauch merklich nach und so unternahm nach mehrjähriger Unterbrechung die Kolpingsfamilie im Jahre 1979 mit Erfolg den Versuch, den alten Brauch wieder zu beleben. Da an Fronleichnam die Strassen nicht mehr mit Hecken geschmückt waren, sammelte die Jungkolpinggruppe schon Tage zuvor das Gehölz, um mit einem fachgerechten Feuer der Tradition gerecht zu werden.Später wurde das Johannisfeuer über Jahre in den "Gänseweidegärten", dem heutigen Wohngebiet "Haardtwiesen" abgebrannt. Wegen der Erschließung dieses Baugebietes musste der Standort auf den Festplatz verlegt werden, wo sich seitdem die örtliche Wählergruppe Stadel/Kreiner um die Fortführung des alten Brauches bemüht. Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann. |
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