Der Sommertagsumzug

Im Jahre 1929 zog Peter Hindert, der in Speyer diesen Brauch erlebt hatte, am Sonntag Lätare erstmals mit rund 200 Kindern durch die Ottersheimer Ortsstraßen. Unterstützt wurde er dabei vom Turnverein, der seitdem alljährlich den Umzug organisiert.

Sommerstagsumzug
Der Brauch
Seit dem Jahre 1933 ist auch die ein Jahr zuvor gegründete Musikkapelle dabei. Schon damals gab es für jedes beteiligte Kind zum Abschluss eine Brezel. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen als Ergänzung bald zwei Gespanne mit dem "Frühling" und dem "Winter" hinzu. Inzwischen sind auf den beteiligten Wagen die vier Jahreszeiten aufgebaut. Mit ihren geschmückten Fahrrädern und den bunten Sommertagsstecken beteiligen sich einige hundert Kinder am Zug durch die Ortsstraßen bis hin zum Dorfplatz, wo dann der Kampf zwischen dem Winter und dem stets siegreichen stattfindet. Die schönsten Stecken und Fahrräder werden prämiiert. Zum Abschluss werden nach wie vor an die Kinder Bretzeln verteilt. Beim 40. Sommertagsjubiläum im Jahre 1969 waren nochmals die Veteranen Peter Hindert und Jean Benz als Festgäste dabei. In den letzten Jahren lädt die katholische Frauengemeinschaft im Abschluss an den Umzug in ihre Kaffeestube ein, die meist mit einem kleinen Osterbasar verbunden ist.

Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann.