Der St. MartinstagSeit es in Ottersheim eine Kirche gibt, ist der heilige Martin Patron der katholischen Pfarrgemeinde. Deshalb wird am 11. November der Namenstag des fränkischen Bischofs Martin als örtlicher Feiertag begangen. |
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Der Brauch |
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Während sich
früher viele katholische Einwohner einen arbeitsfreien Tag genehmigten, hat sich mit dem Strukturwandel auch in
dieser Hinsicht manches geändert. Die meisten Einwohner stehen in einem festen und abhängigen Arbeitsverhältnis
und somit beschränken sich die Festlichkeiten auf den Abend. In der Regel findet am Vorabend des 11. November
bei erfreulich guter Beteiligung vieler Kinder und Erwachsener der Martinsumzug statt. Im Jahre 1985 waren es 50
Jahre, dass am Fest des heiligen Martinus von Tours ein solcher Umzug ins Leben gerufen wurde. Pfarrer Knöll,
der von 1929 bis 1939 in Ottersheim als Seelsorger wirkte, hat damit den Anfang gemacht. Zu seiner Zeit
wünschten die Machthaber keine öffentlichen Veranstaltungen kirchlicher Art, so dass sich damals die Kinder mit
ihren Lampions im Kirchgarten einfanden und von der feierlich in die Kirche einzogen. Am Ende des Gottesdienstes
erhielten sie zur Erinnerung an den Festtag Buttergebäck in Form von Martinsgänsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg
waren es zunächst die Schule, Pfarrer Funk und danach Pfarrer Kern, die dem Martinsumzug neue Impulse verliehen.
Alsbald fand dann ein Umzug durch die Dorfstraßen statt, bei dem die Musikkapellen, der Reiter und der Bettler
dabei waren. Bald mach noch das Martinsspiel hinzu. Besondere Bedeutung maß der vom September 1985 bis 1988 in
Ottersheim amtierende Pfarrer Dr. Henry Michalowicz (Polen) dem Patrozinium bei und so feierte er am
Martinsabend in Konzelebration mit den beiden Bischöfen Dr. Jan Mazur und Waclaw Skomorucha sowie Pater Richard
Altherr (Bruchsal) das Ponifikalamt. Als Festprediger war eigens Domkapitular Johannes M. Dörr nach Ottersheim
eingeladen. Ähnlich verlief das Martinsfest in den nachfolgenden Jahren. Als Pfarrer Alex Fuhrmann im Jahre 1988
für den verstorbenen Pfarrer Michalowicz nach Ottersheim kam, wählte er erstmals das Pfarrhaus als Ausgangspunkt
des Martinsumzuges. Während des kurzen Wortgottesdienstes erläuterte Pfarrer Fuhrmann das Wirken des heiligen
Martin, dessen allseits bekannte Liebestat der Mantelteilung er als großflächiges Wandbild an der Giebelseite
des Pfarrhauses hatte anbringen lassen. Hell erstrahlte vor Beginn des Umzugs dieses Gemälde im Licht des
Scheinwerfers, ehe sich dann nach der Segnung der Kinder, Lichter und Brezeln der Martinszug in Bewegung setzte.
Voraus ritt hoch zu Ross St. Martin. Wie gewohnt sorgte die Musikkapelle mit bekannten Martinsliedern für die
musikalische Umrahmung. Durch die mit Lichtern geschmückten Straßen erreichten die Teilnehmer den Dorfplatz, wo
sich Reiter und Bettler im Martinsspiel begegneten und danach das Martinsfeuer entzündet wurde. Seit einigen
Jahren endet der Umzug auf dem zentral gelegenen Kerweplatz. Auszug aus dem Buch "Daheim in Ottersheim" von Berthold Feldmann. |
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