Geschichte

Nach den heutigen Erkenntnissen wird Ottersheim erstmals in der Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch im Jahre 768 urkundlich erwähnt, in der es als "Udomarsheimer marca" bezeichnet.

 

Fachwerkhaus
Ottersheim – Kurzfassung der Ortsgeschichte
Über Hudamareshaim, Hoteresheim, Othersheim hat sich dann bis zum Jahre 1318 der bis heute gültige Name gebildet. Wahrscheinlich ist bald danach in der Dorfmitte eine Kirche errichtet worden, die schon damals wie heute dem Nationalheiligen der Franken, dem Hl. Martin, geweiht war.
Die Gründung des Dorfes ist allerdings mehr als zwei Jahrhunderte früher anzunehmen, als der Frankenkönig Chlodwig (481-511) der Sippe seines verdienten Kriegers Udomar südlich der mittleren Queich Ländereien zuwies, nach dessen Name dann die Siedlung benannt wurde.

In der weiteren recht wechselhaften Ortsgeschichte gehörte Ottersheim zum Kloster Weißenburg, doch auch die Benediktinerabtei Klingenmünster, die Probstei Hördt und die Zisterzienserabtei Eußerthal besaßen Güter in der Ottersheimer Gemarkung. Später kam das etwa 300 Einwohner zählende Dorf unter kurpfälzische Herrschaft. Während dieser Zeit, es war im Jahre 1555, wurde das Rathaus gebaut, heute das älteste Gebäude in Ottersheim. Es folgte die allgemein unruhige Zeit der Reformation. Zu Beginn des 30jährigen Krieges (1618-1648), der auch den Ottersheimern viel Elend brachte, wurde die heutige katholische Kirche erbaut. Zwischenzeitlich stand dann die Pfalz und damit auch Ottersheim gut hundert Jahre unter französischer Herrschaft. Nach den Wirren der Französischen Revolution wurde die Pfalz im Jahre 1816 dem Freistaat Bayern zugeordnet.

Im August 1820 konnte nach siebenjähriger Bauzeit die evangelische Kirche eingeweiht werden. In den folgenden Jahrzehnten war in Ottersheim das starke Anwachsen der Bevölkerung besonders auffallend. So zählte der Ort im Jahre 1856 erstmals mehr als tausend Einwohner, die weitgehend von der Landwirtschaft lebten. Es folgten wechselvolle Jahre und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die beiden Weltkriege, die auch an Ottersheim nicht spurlos vorbeigingen.

Im Jahre 1955 war schließlich sie Wasserleitung fertig gestellt, so dass die Brunnen in den einzelnen Häusern überflüssig wurden. Gut zwanzig Jahre später war die Kanalisierung eine weitere Neuerung. Gleichzeitig wurde der Dorfbach entfernt.
In den letzten vierzig Jahren hat sich in der bäuerlich geprägten Gemeinde ein tief greifender Strukturwandel vollzogen. Um ihren Beruf auszuüben oder ihrer Arbeit nachzugehen, müssen sich heute die meisten Einwohner nach auswärts orientieren.
Im Jahre 1968 feierte Ottersheim als eine der ersten Gemeinden in der Südpfalz sein 1200- jähriges Bestehen. Die Festtage, insbesondere der historische Festzug, bleiben für die gastgebenden Ottersheimer wie für die überaus große Gästeschar ein unvergessliches Erlebnis.
Als politische Gemeinde gehört Ottersheim seit der Verwaltungsreform im Jahre 1972 mit den Gemeinden Bellheim, Knittelsheim und Zeiskam zur Verbandsgemeinde Bellheim.