Queichtalwiesen

Saftige, grüne Wiesen gehören zu den Lieblingslandschaften der Menschen. Sie sind aber nicht "Natur pur", sondern ein Produkt der menschlichen Nutzung. Wird eine Wiese nicht mehr gemäht, entsteht innerhalb von wenigen Jahren an dieser Stelle das, was ohne den Menschen hier wachsen würde: Wald. Mahd und Beweidung sind daher unverzichtbar.

 

Quichtalwiesen Teilungswehr
Besonderheit der Queichtalwiesen
Die Ottersheimer Wiesen haben noch eine Besonderheit: Die Wiesenbewässerung. Mit dieser seit über 500 Jahren praktizierten Technik wird im Frühjahr und Sommer, an insgesamt 6 Tagen im Jahr, die Queich an mehreren Stellen angestaut und das Wasser über Bewässerungsgräben in die Wiesen geleitet. Die Bewässerung sichert den Landwirten gute Heuernten und es können seltene Pflanzen und Tiere hier leben, die auf Feuchtigkeit angewiesen sind.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Weißstorchs, der seit 2001 wieder erfolgreich in Ottersheim brütet, nachdem er vorher für 40 Jahre verschwunden war. Die Wiederansiedlung ist der Aktion PfalzStorch (www.pfalzstorch.de) zu verdanken, die sich seit 1996 um die Rückkehr des Storches bemüht. Der Storch braucht gemähte Wiesenflächen zur Nahrungssuche und hat vor allem an den Bewässerungstagen einen reich gedeckten Tisch. Deshalb kann er in Ottersheim wieder gut leben.

Die Interessengemeinschaft Queichwiesen kümmert sich darum, dass die Wiesen und die Bewässerung erhalten bleiben. Unter Federführung der Gemeinde Ottersheim arbeiten Landwirte, Naturschützer und die Gemeinden entlang der Queich seit 1996 eng zusammen. Diese Kooperation war bisher sehr erfolgreich. Die Wiesen werden gemäht und zum Teil durch Rinder in Mutterkuhhaltung beweidet. Die "Landschaftspflege durch Nutzung" wird durch immer mehr Menschen unterstützt, die Fleisch von natürlich aufwachsenden Rindern essen wollen. Darüber hinaus sind fast alle Gemeinden dabei, ihre Bewässerungssysteme wieder in Schuss zu bringen. Kräftig unterstützt wird dieses Vorhaben derzeit durch ein Modellprojekt, das vom Land Rheinland-Pfalz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziell gefördert wird.

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